QWERTZ ’st Du auch?

Q was? QWERTZ! Falls Du nicht weißt was das ist und wovon ich rede, kann ich nur sagen: Auch Du nutzt das. Ja, wirklich! Es geht um um die Tastatur, das Dings mit dem Du am Computer oder Notebook schreibst. Schau mal die ersten sechst oberen Buchstaben-Tasten links an. Wie lauten die?

Q – W – E – R – T – Z

Das alleine mag schon merkwürdig genug sein, aber die Frage stellt sich doch: Woher kommt das? Warum dieses eigenartige Tastaturlayout? Ich beherrsche das 10-Finger-System, kenne aber viele die mit dem 1-Finger-Adler-Suchsystem die Tastatur bedienen 😀 Für die wäre es doch leichter wenn die Tasten nach dem ABC angeordnet wären oder nach einem anderen – zumindest ansatzweise – logischem Schema.

Die Entstehung der Tastaturbelegung QWERTZ(Y)

Wir verwenden immer noch das Schema was ein gewisser Herr Christopher Latham Sholes vor über 140 Jahren erfunden hat. Aber warum diese eigenwillige Belegung der Tasten? Wie sich jeder unschwer vorstellen kann gab es damals noch keine Computer, sondern Schreibmaschinen waren der Trend der Zeit.

Der Hauptgrund für die Belegung der Tasten in dieser Reihenfolge liegt in der Konstruktion alter Schreibmaschinen. Diese Schreibmaschinen hatten alle Typenhebel, welche halbkreisförmig angeordnet waren und beim Anschlag einen bestimmten Punkt getroffen haben. Um zu verhindern, dass bei einer schnellen Anschlagsfolge sich diese Typenhebel verhaken, wurden die Tasten so angeordnet. Dicht beieinander liegende Buchstaben verhackten sich oft, wenn Sie im Text aufeineranderfolgten. So wurde probiert häufige Buchstabenfolgen weit außeinanderzulegen um das Risiko des verhackens möglichst gering zu halten. Die häufigsten Buchstaben der englischen Sprache E, T, O, A, N und I verteilte Herr Sholes möglichst gleichmäßig im Halbkreis.

Da Herr Christopher Latham Sholes Amerikaner war, hat er natürlich QWERTY erfunden – nur ist bei uns in Europa das Z häufiger als das Y und daher siehts bei uns ein klein wenig anders aus. Auch die Umlaute ä,ö,ü und das ß gibts ja nur bei uns. Aber sonst ist die Tastenbelegung identisch.

Tastaturbelegung 2.0?

Also schon interessant, dass wir dieses Tastaturlayout schon im Jahre 1868 (andere Quellen sprechen von 1870) bekommen haben und immer noch verwenden. Kein Update, keine Tastatur 2.0! Klar spielt der ursprüngliche Grund keine Rolle mehr, dennoch haben sich alternative Layouts von Tastaturen nicht durchgesetzt. Der Mensch das Gewohnheitstier? Ja, vermutlich – und ich gehöre auch dazu, denn ich möchte nicht nochmals umlernen – kann grad halbwegs gut tippen 😉

AZERTY und Dvorak

Es gibt dennoch alternative Layouts von Tastaturen die verbreitet sind. AZERTY ist beispielsweise in Belgien und Frankreich die Nummer 1 (siehe Wikipedia AZERTY). Während eben diese AZERTY sich nur in einigen Stellen von der QWERTZ unterscheidet ist die Dvorak Tastaturbelegung eine ganz andere.

Herr August Dvorak und William Dealey hatten die Aufgabe eine erognomische Tataturbelegung zu entwickeln, die möglichst einfach und schnell zu erlernen sei. Bei Wikipedia steht dabei folgendes:

Diese ergonomische Tastaturbelegung wurde auf Grundlage der folgenden Prinzipien entworfen:

  • Auf einer mechanischen Tastatur ist es leichter, Buchstaben zu tippen, wenn dabei die Hände abwechseln.
  • Die häufigsten Buchstaben und Buchstabenkombinationen sollten sich dort befinden, wo die Finger aufliegen.
  • Die selteneren Buchstaben sollten auf der unteren (der am schlechtesten zu erreichenden) Reihe liegen.
  • Die rechte Hand sollte, da die meisten Menschen Rechtshänder sind, mehr Tipparbeit verrichten.
  • Digraphe sollten nicht mit benachbarten Fingern geschrieben werden.
  • Die günstigste Fingerbewegung ist von außen nach innen.

Klingt ja nicht schlecht, oder? Nur wollte sich niemand umgewöhnen und somit setzte sich das nicht durch…

Fazit

So nutzen wir weiter ein über 140 Jahre altes Design und möge es noch lange leben 😀